Hallo ihr Lieben!
Ich dachte, dass ich mich mal wieder
bei euch melde, also gibt es heute einen neuen Eintrag für euch.
Das letzte Mal hatte ich erzählt, dass
wir auf Pedros und Dolores Acker helfen können, aber das wird wohl
erst kommendes Wochenende sein. Oli und ich waren aber schonmal mit
Pedro dort und der Weg dorthin ist sehr schön, da es immer grüner
wird, je tiefer man hier kommt.
Hier sieht man Oli, der oben auf Pedros Acker steht:
Der Ausblick von Pedros Acker:
Eine Pflanze auf den Rückweg:
Und noch immer auf dem Rückweg:
Auf dem Rückweg vom Acker sind wir an
Leuten vorbeigekommen, die gerade Pause von ihrer Feldarbeit gemacht
haben. Diese Leute haben uns dann gleich eingeladen, mit ihnen
mitzuessen. Es gab leckere Kartoffeln und dazu irgendeine Soße. =)
Und jetzt ein ganz anderes Thema:
Ich kann jetzt nämlich tatsächlich
stricken, auch wenn ich mit meinem Schal noch nicht besonders weit
bin, da ich mich meistens mit etwas anderem beschäftige... :D
Trotzdem finde ich es natürlich gut, dass ich überhaupt mal
stricken gelernt habe. =)
Wenn ich mich recht erinnere, hatte ich
erzählt, dass wir Joghurt machen wollten. Das haben wir wirklich
gemacht und dieser hat richtig gut geschmeckt, weshalb wir unbedingt
nochmal selber Joghurt machen müssen.
Im Zentrum zu arbeiten macht mir
wirklich Spaß und ich fühle mich dort sehr wohl. Wir helfen nach
wie vor viel in der Küche, aber nachmittags sind auch öfter mal
Kinder da, mit denen wir uns beschäftigen.
Gerade die etwas jüngeren Mädchen,
die so um die 11 Jahre alt sind, reden oft mit uns oder kitzeln uns.
Das ist immer ganz lustig... vor allem, wenn sie dann weglaufen, um
nicht selbst durchgekitzelt zu werden.
Letztens waren auch ein paar ältere
Mädchen, so um die 14 Jahre alt, bei uns und wollten, dass wir ihnen
etwas ins Deutsche übersetzen. Sie versuchen das dann immer
auswendig zu lernen und man merkt, dass unsere Sprache wirklich recht
schwer sein muss, grade, was die Aussprache angeht.
Heute waren ziemlich viele Kinder im
Zentrum, mit denen wir uns dann auch beschäftigt haben. Die jüngeren
Mädchen wollen immer alle hochgehoben werden, sodass sie die Decke
berühren können. Nach einiger Zeit ist das immer ganz schön
anstrengend! Außerdem haben wir heute mit einigen der Kinder in der
oberen Etage des Zentrums fangen gespielt.
Leider hat unser Zentrum keinen
Außenbereich... aber heute hätte man draußen sowieso nicht viel
machen können, weil es geregnet hat. So langsam aber sicher merkt
man eben doch, dass die Regenzeit kommt...
Vielleicht fangen wir demnächst an,
Englischunterricht im Zentrum anzubieten. Es wäre toll, wenn sich
einige Kinder dafür interessieren und dann einmal die Woche (oder
so) Nachmittags im Zentrum bleiben würden, weil sie gerne Englisch
lernen würden. Mal sehen, ob das klappt, möglich ist und überhaupt
Kinder Lust dazu haben.
Oli und ich haben jetzt auch
angefangen, Quechua zu lernen, es scheint gar nicht so schwer zu
sein, da es auch kein reines Quechua, sondern mit spanischen Wörtern
durchsetzt ist.
Wir hatten uns ja
Wörterbücher für diese Sprache gekauft und jetzt können wir
unsere Mitarbeiterinnen fragen, ob wir etwas richtig übersetzt haben
oder wie man etwas richtig sagt. Interessant ist, dass es im Quechua
zwei Wörter für „Wir“ gibt. Einmal Noqanchis, was wir alle
bedeutet, die angesprochene Person wird mit einbezogen, und dann noch
Noqayku, was ebenfalls wir bedeutet, aber die angesprochene Person
nicht mit einschließt. Es gibt also „wir“ und „wir ohne dich“.
Diese Personen gibt es im
Quechua: Noqa, Qan, Pay, Noqanchis, Noqayku, Qankuna, Paykuna, wobei
Qankuna nicht vosotros, also Ihr, sondern, ustedes heißt, was man
hier statt vosotros benutzt. In Spanien werden usted und ustedes als
Höflichkeitsformen verwendet und hier verwendet man ustedes, um
mehrere Personen anzusprechen, zu denen man selbst nicht gehört,
also so wie unsere 2. Person Plural.
Ganz einfach ist es aber
nicht, diese Sprache zu lernen, da es sehr viele unterschiedliche
Dialekte gibt und in unseren Wörterbüchern teilweise komplett
andere Wörter stehen, als sie hier verwendet werden. Das ist aber
nicht so schlimm, da wir schließlich die Möglichkeit haben, unsere
Mitarbeiterinnen zu fragen.
Letzte Woche Sonntag waren
Julie, Oli und ich wandern, was ziemlich anstrengend war, da es
teilweise sehr steil war. Manchmal braucht man hier auch seine Hände,
um irgendwo hochzuklettern. Aber auch wenn es anstrengend ist, so
macht es doch auch viel Spaß und am Ende, wenn man dann oben ist und
die Aussicht genießen kann, hat sich die Anstrengung doch immer
gelohnt. Insgesamt waren wir bestimmt fast 6 Stunden unterwegs und
wir sind auf zwei „Gipfel“ gewandert. Beim Zweiten haben wir dann
auch eine recht lange Pause gemacht und uns einfach hingelegt und die
Wärme der Sonnen genossen, die gerade herauskam. Vorher hatte es
nämlich kurz ein wenig geregnet, was aber auch nicht weiter schlimm
war, weil wir schließlich Regenjacken dabeihatten.
Jule war lieber zu Hause
geblieben, weil sie noch leichte Magenprobleme hatte und die lange
Wandertour nicht riskieren wollte.
Julie und Oli auf dem Weg nach oben:
Oli und ich auf dem ersten "Gipfel":
Julie und ich auf dem ersten "Gipfel":
Ausblick vom zweiten "Gipfel":
Julie und ich auf dem zweiten "Gipfel":
Julie vor dem Kreuz auf dem zweiten "Gipfel":
An dem Wochenende haben wir
auch wieder leckere Gerichte gekocht. Einmal gab es papas rellenas,
was übersetzt wiedergefüllte Kartoffeln heißt und ein peruanisches
Gericht ist.
Dabei kocht man zuerst
Kartoffeln und zerdrückt diese anschließend zu einer Art Brei. Dann
bereitet man eine Füllung vor, zum Beispiel gebratenes Hackfleisch,
gekochte Möhren und gekochte Eier. Dann formt man aus dem
„Kartoffelbrei“ eine Kugel mit einer Vertiefung, in die man die
Füllung gibt und schließt die Kartoffelkugel anschließend. Wenn
alle Kartoffeln fertig sind, frittiert man das ganze noch in Öl und
dann ist das Gericht fertig. Es schmeckt ziemlich gut, hat aber, da
wir nur eine unserer Herdplatten benutzen können, etwa 3 Stunden
gedauert, bis es endlich komplett fertig war.
Unter der Woche ist, wenn
ich mich recht erinnere, nicht besonders viel passiert. Aber die
Woche war auch nicht gerade lang, da der 1. November (ein Donnerstag)
ein Feiertag ist und deswegen alle Donnerstag und Freitag frei
hatten. Ich muss sagen: So kurze Wochen sind auch mal schön! :D
Im Moment feiert die Stadt
Abancay ihren 138. Geburtstag, weswegen alle Mitarbeiter der INABIF,
in denen wir ja auch arbeiten (das sind sie Sozialzentren), am
Samstag nach Abancay fahren mussten, um dort zu marschieren. Wir
müssten natürlich auch hin, hatten uns aber entschlossen, schon am
Freitag zu fahren, da wir nicht Samstagmorgen um 7 Uhr losfahren
wollten. Außerdem hatten wir dadurch noch ein wenig Zeit, in Abancay
einzukaufen usw.
Am Samstagmorgen sind wir
dann dorthin gefahren, wo wir marschieren sollten und durften da dann
bestimmt 3 Stunden warten, bis wir endlich dran waren. Natürlich hat
es dann auch angefangen zu regnen, sodass wir alle Schutz unter den
Bannern und Plakaten suchen mussten. Zum Glück hat es nicht allzu
lange geregnet.
Dann durften wir endlich
losmarschieren... und ich meine wirklich marschieren, wie Soldaten.
Da ich ganz vorne war und einen Teil des Banners getragen habe,
musste ich auch wirklich marschieren und konnte nicht einfach gehen.
Ich kann dazu nur sagen, dass ich das gar nicht leiden kann und ich
mich dabei unwohl gefühlt habe. Aber wenigstens ging das nur etwas 5
Minuten so, hoffentlich müssen wir das nicht noch einmal machen...
Trotzdem war es insgesamt
schön, in Abancay zu sein, da wir dadurch auch Julius, Maya, Pia und
Isa gesehen haben, was eigentlich immer gut ist.
Das einzig blöde daran,
dass wir nach Abancay fahren mussten, war, dass dadurch unser langes
Wochenende ein bisschen zerteilt war und wir nicht, wie ursprünglich
geplant, nach Cusco und zum Machu Picchu fahren konnten... Aber dafür
werden wir sicher noch ein anderes Mal Zeit haben! =)
Letztens hatten wir auch mal
wieder einen Stromausfall, der diesmal allerdings ziemlich lange
gedauert hat... nämlich ungefähr 2,5 Tage. :D Da heißt es wieder
kalt duschen, abends immer mit Taschenlampe unterwegs sein und bei
Kerzenschein essen, kochen oder einkaufen. Hier stört es wirklich
niemanden, wenn der Strom mal ausfällt, alle machen einfach mit dem
normalen Tagesablauf weiter. Das ist also ein ziemlicher Unterschied
zu Stromausfällen in Deutschland, die zwar viel seltener und noch
viel kürzer sind als hier, aber scheinbar auch viel schlimme,r da
man ja nicht ins Internet oder Fernsehen kann! :D Wir haben uns auf
jeden Fall schon daran gewöhnt, auch mal ohne Strom auszukommen! =)
Mehr gibt es erstmal nicht
zu berichten und deshalb wie immer:
Liebe Grüße
eure
Elena