Hallo ihr Lieben!
Wir waren also in Chile angekommen,
genauer gesagt in Arica.
Dort haben wir uns auf die Suche nach
einem Hostel gemacht, dass wir in Julies Reiseführer gefunden
hatten. Wir sind also der „Wegbeschreibung“ im Reiseführer
gefolgt, vollgepackt mit unseren Rucksäcken. Irgendwann waren wir in
einer Gegend, die eher nach Industriegebiet aussah und nicht so, als
würde irgendwann noch ein Hostel kommen. Also haben wir kurzerhand
ein paar Chilenen nach dem Weg gefragt, die waren auch sehr hilfreich
und haben gleich auf ihren Smartphones nachgeguckt, welchen Weg wir
nehmen müssen.
Danach sind wir noch ungefähr eine
halbe Stunde durch Arica gelaufen, bis wir das Hostel endlich
gefunden hatten.
Als wir endlich da waren, wurden wir
von einem Franzosen und einem Haitianer, die dort kurzzeitig
arbeiteten, sehr nett begrüßt und wir haben uns gleich sehr wohl
gefühlt. Das Hostel selbst war ziemlich genau so, wie es im
Reiseführer beschrieben war. Im Hof hingen Hängematten und es gab
einen Billardtisch, alle Wände, einschließlich in den Zimmern,
waren bemalt. Aber nicht einfach mit Bildern, nein, mit Bildern,
Schriftzügen, Sprüchen in allen möglichen Sprachen. Diese „Bilder“
stammten von allen vorherigen Gästen, die Lust hatten, sich dort zu
verewigen.
Abends waren Julie und ich noch
einkaufen und zwar in einem richtigen und vor allem großen
Supermarkt. Das war für uns allerdings eine totale Reizüberflutung
war, denn es gab einfach viel zu viel Auswahl und wir waren das
letzte Mal in Lima in einem richtigen Supermarkt, also im September!
Wir waren also im Supermarkt und
standen vor der Entscheidung, was wir zu Abend essen wollten. Im
Hostel gab es auch eine Gemeinschaftsküche, die wir hätten benutzen
können. Stattdessen fiel unsere Wahl fürs Abendessen auf einen
Liter Eis. Das mag vielleicht ein bisschen seltsam klingen, aber auch
Eis gibt es hier nicht so häufig und wir konnten einfach nicht
widerstehen! Im Hostel, wo wir das Eis gegessen haben, wurden wir von
Alex, dem Franzosen, und dem Haitianer ziemlich ausgelacht.
Das Hostel in Arica, bzw. unser Zimmer:
Wir in Arica:
Am nächsten Morgen wollten wir zum
Busbahnhof und hatten das Glück, dass zwei Deutsche aus unserem
Hostel uns in ihrem Taxi mitgenommen haben, sodass wir nicht laufen
mussten.
Vom Busbahnhof aus sind wir dann also
nach Iquique gefahren, die Fahrt hat allerdings länger gedauert,als
gedacht und wir kamen erst im Dunkeln an. Also haben wir uns ein Taxi
genommen und sind wieder in ein Hostel gefahren, dass wir aus Julies
Reiseführer rausgesucht hatten.
Im Hostel gab es zum Glück noch freie
Betten und wir haben uns das Zimmer mit zwei Schwedinnen geteilt.
Am ersten Abend sind wir ein bisschen
den Strand entlang gelaufen und wollten noch etwas zu essen kaufen,
aber es hatten keine Supermärkte mehr offen. Deswegen waren wir am
nächsten Morgen auch froh, dass es kostenloses Frühstück im Hostel
gab.
Tagsüber waren wir am Strand und haben
gelesen, das Wetter war nämlich leider nicht gut genug, um zu baden.
Später haben wir uns Iquique angesehen und uns Bustickets für den
nächsten Tag nach Oruro gekauft. Mittags haben wir uns Nudeln
gekocht (allerdings viel zu viele, sodass wir abends nochmal davon
essen konnten und immer noch etwas übriggeblieben ist...).
Wir in Iqique am Strand:
Eine Hauswand in Iquique:
Wir in Iquique:
Abends haben wir beschlossen, am
nächsten Morgen früh aufzustehen und an den Strand zu gehen, falls
das Wetter gut sein sollte. Das Wetter war jedoch auch am nächsten
Tag nicht gut, weshalb wir einfach länger geschlafen haben und dann
zum Busbahnhof gefahren sind.
Der Grenzübergang von Chile nach
Bolivien war sehr einfach und ging sehr schnell und ohne jegliche
Probleme vonstatten.
In Oruro kamen wir auch wieder abends
an und haben dort einmal übernachtet. Am nächsten Tag ging es nach
Uyuni, allerdings erst abends, da vorher keine Busse fuhren, weshalb
wir den lieben langen Tag auf einem Platz in Oruro gesessen und
gelesen haben.
Eine Mauer in Oruro:
Die Fahrt nach Uyuni hat die ganze Naht
gedauert und es war furchtbar kalt. Als wir ankamen wussten wir auch
endlich, warum wir so furchtbar gefroren hatten... irgendjemand hatte
sein Fenster im Bus aufgelassen und es hatte -2 Grad. Das mag
vielleicht nicht so kalt sein, aber wir hatten nicht mit Minusgraden
gerechnet und nur dünne Pullis an und keine Decken dabeigehabt.
Morgens kurz vor Sonnenaufgang in Uyuni ist es also echt kalt und wir
mussten uns erstmal ein Hostel suchen. Wir sind mindestens eine
Stunde durch Uyuni geirrt, obwohl es ziemlich klein ist, und waren
froh, als wir endlich ein gutes Hostel gefunden hatten. Dort haben
wir uns in unserer Betten gelegt, mit Klamotten, im Schlafsack und
unter drei Decken, weil wir nach der Naht erstmal auftauen mussten.
Außerdem waren wir unglaublich müde, da wir wegen der Kälte im Bus
auch kaum geschlafen hatten. Nachmittags haben wir uns auf die Suche
nach Unternehmen gemacht, die Touren in den Salar de Uyuni anbieten.
Zuerst wollten wir nur eine eintägige
Tour machen, haben uns dann aber (zum Glück!) doch für eine
dreitägige Tour entschieden. Insgesamt hat diese Tour uns 600
Bolivianos gekostet, plus 30 Bolivianos Eintritt für den
Nationalpark. Das machte etwa 70 Euro, die wir für Autofahrten, zwei
Übernachtungen, volle Verpflegung usw. bezahlt haben. Und es hat
sich wirklich gelohnt!
Am nächsten Morgen sollte unsere Tour
um 10 Uhr losgehen. Am Treffpunkt haben wir einen Engländer, James,
und einen Südkoreaner, Min Soo, kennengelernt und uns gut mit ihnen
verstanden. Allerdings stellte sich dann heraus, dass wir nicht im
gleichen Auto fahren, worüber wir zunächst ein wenig enttäuscht
waren. Später wurde dann aber klar, dass unsere beiden Gruppen die
Tour trotzdem komplett gemeinsam machen.
Außer Julie und mir waren in unserem
Auto nur Bolivianer, die uns aber gleich adoptiert haben. Im anderen
Auto waren James und Min Soo sowie zwei Schwedinnen und Marina und
Jannis aus der Schweiz.
Der erste Stopp der Tour war an einem
Eisenbahnfriedhof und direkt danach ging es zum Salar, einem riesigen
Salzsee. Der Anblick war wirklich beeindruckend, alles war weiß und
wir haben mit unserer Gruppe Pyramiden für Fotos gemacht. Am
Mittagessen hat Salz gefehlt, aber das ließ sich sehr einfach lösen:
Wir haben einfach Salz vom Boden abgeschabt und auf unser Essen
gestreut, danach war es richtig lecker!
Später ging es weiter zu Lagunen,
insgesamt haben wir davon wirklich viele gesehen. Abends haben wir im
Hostel gegessen und James hat uns allen noch ein Kartenspiel
beigebracht. Am näschten Tag haben wir wieder sehr viele Lagunen
gesehen und noch mehr Steinbrocken, die allerdings ziemlich cool
waren! Abends haben wir die wunderschöne Laguna colorada gesehen.
Das Wasser dieser Lagune war rot und das sah schon ziemlich gut aus.
Das Hostel, in dem wir am zweiten Abend geschlafen haben, befand sich
im Nationalpark, für den wir nochmal 150 Bolivianos bezahlen
sollten. Die Bolivianer, die mit uns auf der Tour waren, haben uns
beim Einlass geholfen und erklärt, dass wir Freiwillige sind. Im
Endeffekt mussten wir nur den nationalen Eitrittspreis von 30
Bolivianos bezahlen. Das Hostel war nicht ganz so schön, aber eklig
wurde es eigentlich nur, als das Wasser abends ausfiel und die
ungefähr 30 anwesenden Personen sich zwei Klos ohne funktionierende
Spülung teilen mussten. Aber auch das ging. Den Abend haben wir uns
wieder mit Kartenspielen vertrieben. Am nächsten Morgen mussten wir
um vier aufstehen, weil wir zu Geysiren fahren wollten. Es war
allerdings wieder unglaublich kalt und alle haben nur schnell ein
paar Fotos gemacht, um dann schnell wieder ins wenigstens etwas
wärmere Auto einzusteigen. Schön war es trotzdem.
Danach konnten wir in einer Thermalquelle baden, aus der wir gar nicht mehr rauskommen wollten, weil es so angenehm war! =)
Anschließend
ging es nur noch zu weiteren Lagunen und dann war die Tour im Prinzip
zu ende und wir sind zurück nach Uyuni gefahren.
Julie und ich auf einer Eisenbahn auf dem Eisenbahnfriedhof:
Salar de Uyuni:
Wir vor einer der vielen Lagunen:
Frühmorgens in bitterer Kälte vor den Geysiren:
Ich auf dem Salar de Uyuni beim Versuch, einen Handstand zu machen:
Salar de Uyuni:
James auf dem Salar:
Ein Sonnenuntergang auf unserer Salar de Uyuni Tour:
Unsere bolivianische Familie und wir bei einer Pyramide auf dem Salar:
Ich, in einem Ferlsbrocken:
Arbol de Pierdra (Baum aus Stein):
Jannis und James auf Felsbrocken:
Die Laguna colorada:
Die heiße Quelle, in der wir gebadet haben:
Noch mehr Steinbrocken:
Ich kann nur sagen: Diese Tour war
unglaublich schön, unsere Gruppe hat viel Spaß gehabt und der Preis
ist es auf jeden Fall wert! Außerdem hatten Julie und ich die tolle
Möglichkeit, endlich mal wieder Englisch zu reden, was uns zu Anfang
nicht ganz leicht gefallen ist; kein Wunder hatten wir doch seit
mindestens 6 Monaten gar kein Englisch mehr gesprochen. Und nicht nur
Englisch haben wir geübt, sondern auch den ständigen Wechsel
zwischen Deutsch, Englisch und Spanisch. Am Ende der Tour hat das
sogar alles ziemlich gut geklappt und wir haben auch nicht mehr
ständig vor uns hingestottert, wenn wir englisch geredet haben.
Von Uyuni ging es gleich am Abend
weiter nach Potosí, der höchsten Stadt der Welt (auf knapp über
4000m). Wir sind im gleichen Bus wie die Bolivianer gefahren und
haben uns dann mit ihnen zusammen ein Hostel gesucht. Am nächsten
Tag sind wir noch ein bisschen mit ihnen durch die Stadt gelaufen,
zum Beispiel zum Münzmuseum, dass allerdings zu hatte, da es Montag
war... Julie und ich waren später noch mit unserem gesamten Gepäck
unterwegs, weshalb wir ganz schön fertig waren; ist ja auch kein
Wunder auf der Höhe! =)
Abends ging es für uns beide weiter
nach La Paz, wo wir morgens recht früh ankamen und uns erstmal auf
einen Platz gesetzt haben, bevor wir uns ein Hostel gesuhct haben.
Das Hostel, das wir im Endeffekt hatten, war echt ranzig und wir
wollten am liebsten nichtmal die Wände berühren, aber für eine
Nacht war uns das ziemlich egal. Den Rest des Tages haben wir La Paz
erkundet und eingekauft; ich habe zum Beispiel ein schönes Kleid aus
Alpacawolle gefunden. =)
Wir mit Aussicht auf La Paz:
Nach der einen Nacht im Hostel sind wir
weiter nach Copacabana gefahren, das direkt am Titicacasee liegt.
Dort hatten wir ein sehr schönes Hostel, dass auch ziemlich günstig
war, sogar mit eigenem Bad. Dort war es zwar eigentlich ganz schön,
aber trotzdem war es ein reiner Touristenort. Allerdings haben wir
dort sehr leckere und vor allem frische Trutcha, also Forelle,
gegessen, was toll war.
Unser Zimmer in Copacabana:
Einen Tag später sind wir Richtugn Puno
gefahren und damit wieder nach Peru eingereist. Auch diesmal gab es
bei der Grenzüberwuerung nicht das geringste Problem. Chile und
Bolivien waren zwar schön, aber trotzdem war es schön, wieder in
Peru zu sein; wir haben uns gefühlt, als würden wir nach hause
zurückkommen.
Das war also der zweite Teil meines
Reiseberichts, das nächste mal gibt es nochmal mehr (schließlich
sind wir auch in Peru noch ein wenig Zeit zum Reisen, bevor wir
wieder in unser Heimatdorf zurückgekehrt sind).
Liebe Grüße
eure
Elena
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